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Weltmeisterin Melanie Moder

Wir, die Redaktion von WoK, trafen uns kürzlich mit der Semikontakt Nationalmannschaftskämpferin Melanie Moder, unter den Sportlern auch unter dem Namen Melli bekannt. Immer wieder erreichten uns E-Mails mit der Bitte, doch auch mal ein Interview mit der langjährigen, erfolgreichen Kämpferin zu bringen.

WoK: Wenn man dich zu Beginn der letzten WAKO Weltmeisterschaft beobachtet hat, so konnte man sehen, dass dich viele der dort startenden Athleten persönlich begrüßt haben und dich offensichtlich schon lange kennen. Wie lange bist du nun bereits Mitglied in der deutschen Nationalmannschaft?
Melli: Ich bin seit 10 Jahren im Deutschen Nationalkader und schon auf einigen Welt- und Europameisterschaft mit dabei gewesen.

WoK: Du bist so lange dabei und auf der letzten Weltmeisterschaft (November 2007) hast du es endlich geschafft dir den Titel zu erkämpfen. Was denkst du, warum hat es gerade jetzt geklappt?
Melli: Ich denke, dass ich im Kickboxen vielseitiger und mental stärker geworden bin.

WoK: Wie sieht dein Training im Moment aus?
Melli: Ich trainiere 2-3 mal die Woche beim KDA in Bayreuth und 1– 2 mal die Woche bei Jürgen Schorn in Ebern. Dieser gibt mir immer wieder neue Aufgaben, die dann versuche umzusetzen.

WoK: Wann hast du mit dem Kampfsport angefangen?
Melli: Im Schüleralter von 8 Jahren habe ich beim KDA Bayreuth bei Alexander Repovic begonnen.

WoK: Gab es Höhen und Tiefen in deiner bisherigen Kampfsportzeit?
Melli: Ja natürlich gab es Höhen durch Siege, aber auch Tiefen durch Niederlagen. Diese Niederlagen gehören genauso dazu, sie sind zwar bitter, gehören aber zu jeder Entwicklung. Niederlagen bringen einen weiter, weil man nicht aufhört, an sich zu arbeiten.

WoK: Jetzt bist du nach so vielen Jahren Weltmeisterin? Verrätst du uns deine Trainingsgeheimnisse?
Melli: Trainingsgeheimnisse gibt es nicht. Das allerwichtigste ist, man darf den Spaß nicht verlieren. Nie aufhören an sich zu arbeiten, denn je vielseitiger man ist, desto unberechenbarer ist man. Was auch wichtig ist, man darf es nicht zu verbissen sehen, denn das kann gewaltig nach hinten losgehen, was ich oft an mir selbst erlebt habe. Ich habe oft Kämpfe verloren, weil ich mit dem Kopf durch die Wand wollte.

WoK: Wem hast du am meisten zu verdanken?
Melli: Mich haben so viele Menschen auf meinem Weg begleitet und haben mir etwas gegeben, bzw. mich unterstützt, ich finde das kann man nicht auf eine Person reduzieren. Es muss alles zusammenpassen, ob es das private Umfeld (Freund und Familie), oder das sportliche Umfeld (Trainer und Sparringspartner) ist und ich finde, ich hab in meinem Leben mit allen sehr viel Glück gehabt.

WoK: Wie motivierst du dich immer wieder auf ein neues?
Melli: Ich steck mir immer wieder neue Ziele, die ich erreichen möchte.

WoK: Was brachte dir dein Trainerwechsel zu Jürgen Schorn?
Melli: Mein jahrelanger Trainer Aleksandar Repovic hatte aus beruflichen Gründen nur noch einmal die Woche Zeit, das Training zu absolvieren. Dadurch habe ich mich eine Zeit lang nicht verbessert und bin ziemlich auf der Stelle getreten. Deshalb bin ich auf Jürgen Schorn zugegangen und hab ihn gefragt, ob er mich trainieren kann und mir helfen kann, mich zu verbessern, was für ihn überhaupt kein Thema war. Er hat mich zu ihm ins Training eingeladen, was jetzt für mich zu einem festen Bestandteil geworden ist. Jürgen ist für mich ein Erfolgstrainer und auch menschlich absolute klasse. Er hat sich intensiv mit mir auf die Weltmeisterschaft vorbereitet und das Resultat war der WM Titel.

WoK: Was ist deine Spezialität?
Melli: Ich würde sagen meine Faust und Schnelligkeit, außerdem bin ich sehr ehrgeizig.

WoK: Wer sind deine Vorbilder?
Melli: Ein direktes Vorbild habe ich nicht. Es gibt viele Personen, die ich mir als Vorbild nehme. Besonders schätze ich bei Menschen Charakterstärke und eine bodenständige Persönlichkeit.

WoK: Wie stellst du dir deine sportliche Zukunft vor?
Melli: Es macht mir noch so viel Spaß zu kämpfen und deshalb möchte ich einfach weitermachen. Auch die Kämpfe mit dem Top Ten Team möchte ich nicht missen. Ein weiterer Traum wäre, um die Profi-Weltmeisterschaft zu kämpfen. Erste Gespräche laufen ja bereits. Weiterhin würde ich gerne mal auf den US Open in Amerika kämpfen und auch gewinnen.

WoK: Was bringt oder gibt dir der Sport?
Melli: Ich lebe und liebe diesen Sport.

WoK: Was würdest du dir für den Sport Kickboxen am meisten wünschen?
Melli: Das der Sport populärer und mehr gefördert wird. Weiterhin wünsche ich mir die Aufnahme in den Deutschen Sportbund.

WoK: Die Gewichtsklassen sind in Deutschland sehr gering (teilnehmerschwach) besetzt. Das ist für unsere Spitzenkämpfer von großem Nachteil, da sie ja nur wenig Kämpfe haben. Woran liegt das deiner Meinung nach?
Melli: Was mir auffällt ist, dass viele Sportler nur eine Zeit lang dabei bleiben und dann auf einmal verschwinden. Manchmal sind hier sogar große Talente dabei. Die Gründe können zum einen daran liegen, dass die Sportler die finanziellen Möglichkeiten nicht haben auf große Turniere zu fahren. Ein weiterer Grund ist vielleicht der Beruf, der es oft nicht zulässt. Manche Sportler stellen es sich vielleicht auch zu einfach vor und ihnen fehlt der nötige Biss, sich gegen gute Leute durchzusetzen.

WoK: Du hältst in der WAKO-Deutschland ja noch einen außergewöhnlichen Rekord, an den kein anderer Sportler auch nur annähernd herankommt oder auch je ran gekommen ist. Was ist dies?
Melli: Den Rekord stellte ich im letzten Jahr auf der Internationalen Deutschen Meisterschaft in Berlin auf. Ich gewann zum 10 Mal die Internationale Deutsche Meisterschaft.

WoK: Welche bedeutende Titel hast du außerdem noch gewonnen?
Melli: 10 fache Bayer. Meisterin
5 fache Internationale Bayer. Meisterin,
9 fache Deutsche Meisterin
10 fache Internationale Deutsche Meisterin
3 fache Deutschlandpokal Gewinnerin
3 fache Vize-Europameisterin
3 fache Vize-Worldcupsiegerin
3 fache Austrian Classics Gewinnerin
Belgien Open Gewinnerin
2. Platz Irish Open
Team Europameister 2006
Team Weltmeisterin 2005
Weltmeisterin 2007
Sportlerin des Jahres der Stadt Bayreuth 2003

WoK: Möchtest du noch irgendetwas loswerden?
Melli: Ja gerne, ich möchte mich bei allen bedanken, die mich auf meinem Weg unterstützt haben, egal in welcher Form, die immer an mich geglaubt haben. Ich kann nicht jeden erwähnen, aber ich möchte einfach ein paar Namen aufzählen: Meinem Freund Benny, meiner Familie, dem KDA mit Aleksandar Repovic und Rainer Bronner, Jürgen Schorn, den Bundestrainern, allen meinen Trainings- und Sparringspartnern, meinem Sponsor Top Ten und meiner Arbeitsstelle.

WoK: Wir bedanken uns bei dir für das Interview.

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