NEUER WELTMEISTER RALF KRAUSE

Alle Informationen über Ralf Krause finden sie unter Link

 

WAKO PRO Weltmeisterschaft 2011
 
Ralf „Feuer Frei“ Krause
wurde wieder
Profi-Weltmeister im Kickboxen
 
 
Kickboxen der Extraklasse bot der 4. Kickbox-Galaabend des Verbandes der
WAKO PRO unter der Regie seines Präsidenten Jürgen Schorn.
Die beiden Veranstalter Jochen Paulfranz und Jürgen Schorn konnten an diesem 12. November mit der ausverkauften Franz-Goebel-Halle mehr als zufrieden sein.
„Pitbull blieb an der Leine“
EM-Kampf von Seifert geplatzt
Noch vor Beginn der Veranstaltung gab es für Trainer Jürgen Schorn und für seine Sportlerin Sabine „Pitbull“ Seifert eine bittere Enttäuschung. Die Eberner Delegation konnte es kaum glauben, als die türkische Konkurrentin Elif Ilik aus Ankara bei der Untersuchung durch den Ringarzt mitteilte, dass sie zum Kampf um die Frauen-Europameisterschaft -52 kg nicht antreten könne.
Was war passiert?
Der Wagen, der das türkische Team vom Wiegen zum Hotel gebracht hatte, musste wegen eines Wildwechsel so stark abbremsen, dass die nicht angeschnallte türkische Sportlerin aus dem Sitz flog und sich dabei so stark an Rücken und Bein verletzte, dass sie an diesem Abend unter keinen Umständen kämpfen konnte. Für Sabine Seifert, Trainer Jürgen Schorn sowie den Fans, die Sabine Seifert an diesem Abend siegen sehen wollten, ist zu diesem Zeitpunkt eine Welt zusammengebrochen. Das monatelange Training mit vielen Entbehrungen, alles umsonst.
„Der EM-Kampf soll bei passender Gelegenheit auf jeden Fall nachgeholt werden, jetzt kann man es auch nicht mehr ändern, es hilft nur nach vorne zu schauen“, so Trainer und Promotor Jürgen Schorn.
Die Rahmenkämpfe
5 Runden Prestigekampf -71,800 kg
Besnik Kucanaj (Homberg)                      vs.                   Ufuk Seven (Plattling)
Dieser Kampf, der auf 5 Runden angesetzt war, sollte nicht bis zum Ende gehen. Die erste sowie die zweite Runde gestalteten sich noch sehr ausgeglichen. In der dritten Runde legte Ufuk Seven eine Schippe drauf und brachte Besnik Kucanaj das ein oder andere Mal in Bedrängnis.
Das bittere Ende kam dann in der vierten Runde, Seven erhöhte die Anzahl der Treffer und Besnik Kucanaj musste durch den Ringrichter Peter Lutzny ausgezählt werden. Somit ging Ufuk Seven aus Plattling als Sieger aus diesem Kampf heraus.
5 Runden      Junioren Prestigekampf -69 kg
Sebastian Schunk (Hirschaid)                vs.                   Evangelos Fousekis (Heide)
Bei diesem Juniorenkampf schenkten sich die beiden Sportler Evangelos Fousekis aus Heide vom Team Lemmens und Sebastian Schunk aus Hirschaid bis zur letzten Sekunde nicht das Geringste. Fünf harte und spektakuläre Runden mit meist offenem Schlagabtausch bekamen die Zuschauer hier zu sehen. Für viele der Zuschauer war es einer der am härtesten geführten Rahmenkämpfe an diesem Abend. Knapper, aber verdienter Sieger: Sebastian Schunk. Aber auch Evangelos Fousekis enttäuschte zu keiner Zeit und war ein mehr als würdiger Gegner.
5 Runden Prestigekampf -75,00 kg
Philipp Schindler (Ebern)             vs.                   Daniel Bretschneider (Leipzig)
Der dritte Prestigekampf des Abends besaß ebenfalls hohes Niveau. So setzte sich der 25-jährige Eberner Philipp Schindler in der Klasse bis 75 Kilogramm gegen den 30-jährigen Daniel Brettschneider aus Leipzig durch K.O. in der dritten Runde durch.
Nach anfänglichem Abtasten in den ersten beiden Runden legte Philipp Schindler wie von der Tarantel gestochen los mit einem wahren Schlaghagel an Fausttechniken und traf Daniel Bretschneider mit einem linken Seitwärtshaken so hart, dass dieser vom Ringrichter Peter Lutzny ausgezählt werden musste.
„Ich träume von einer ähnlich erfolgreichen Karriere wie Ralf", verriet Philipp Schindler nach seinem Kampf. An Motivation und Kampfgeist fehlt es jedenfalls nicht.
5 Runden Prestigekampf – 75,00 kg
Stefan Look (Geisenhausen)                  vs.                   Güven Gürhan (Hof)
Beide Sportler kannten sich bereits gut von den bayerischen Turnieren. Der Kampf, für den sich Güven Gürhan doch einiges vorgenommen hatte, gestaltete sich über die gesamten fünf Runden relativ gleich. Beide boten sauberes Kickboxen, jedoch ließen sie ihren Kampfgeist ein wenig vermissen. Sieger mit 3:0 Kampfrichterstimmen: Stefan Look aus Geisenhausen.
„Feuer Frei“ Weltmeisterschaft -85,100kg
Im Hauptkampf ging es um die Weltmeisterschaft bis 85,100 kg zwischen Ralf Krause und Alexey Rykin aus Russland. 
Bereits der Einmarsch der beiden Athleten mit großem Geleit sorgte für Gänsehaut-Feeling, besonders als Ralf Krauses Lieblingssong „Feuer Frei“ von der deutschen Heavy Metal Band „Rammstein“ ertönte.
Ralf Krause zeigte allen Skeptikern, dass auch die russischen Sportler nicht unschlagbar sind, und besiegte in einer Ringschlacht über zwölf Runden den zurzeit stärksten russischen Ausnahmesportler Alexey Rybkin.
Zuvor hatte der mehrfache Weltmeister Sergey Bogdan die Herausforderung von Ralf Krause dankend abgelehnt. Seine Aussage: „Ich will ungeschlagen zurücktreten und deshalb will ich mir einen Kampf gegen den Deutschen Ralf Krause nicht antun. Ich hab sein Video mit dem Kampf gegen den Italiener Alessandro Giordanio gesehen.“ Ungeschlagen Zurücktreten wäre in einem Kampf gegen den in Deutschland bzw. weltweit stärksten Profi-Kickboxer Ralf Krause nicht sicher gewesen und deshalb ließ es Sergey Bogdan lieber. Ralf Krause kämpfte in seiner Laufbahn nur wirklich starke Gegner, kein ausgesuchtes Fallobst wie es andere Profi-Weltmeister vor ihm gemacht haben. „Ich kämpfe gegen jeden“, so seine Aussage. Er scheut keine Herausforderung.
Weltvizepräsident Werner Sossna, der noch vor dem Kampf mit dem Weltpräsidenten der WAKO Ennio Falsoni gesprochen hatte meinte: „Dieser Alexey Rybkin ist zurzeit in Russland der stärkste Kämpfer, der absolute Newcomer Star.“ so Weltpräsident Ennio Falsoni. Und das bekamen die Zuschauer und natürlich vor allem auch Ralf Krause zu sehen und zu spüren.
Da man im Eberner Lager nur spärliche Informationen über den Russen hatte, war es natürlich sehr schwer, in der Vorbereitung ein Konzept zu erarbeiten. Die ersten Runden dienten also dazu, Kampftechniken und Kampfmanöver des Gegners zu studieren.
Kampf stand auf der Kippe
Was die Zuschauer nicht wussten, war, dass der Kampf zwei Wochen vorher auf der Kippe stand. Ralf hatte sich beim Sparring so stark an der Rippe verletzt, dass man den Kampf absagen wollte. Aber wer Ralf Krause kennt, weiß um dessen Kampfgeist. „Ich werde auf jeden Fall kämpfen, egal wie, ich will kämpfen“, so Ralf Krause.
Die Zuschauer wussten es nicht, aber Alexey Rybkin offensichtlich schon, denn er ging in den ersten beiden Runden nur auf die Rippen der rechten Seite. Insgesamt 29 Kicks versuchte der Russe in diesen ersten beiden Runden auf die rechte Seite zu platzieren, nicht zu vergessen seine große Anzahl der linken Haken. Wenn man bedenkt, dass er in den ganzen zwölf Runden nur 73 Kicks machte, ist dies schon sehr erstaunlich und lässt fast die Vermutung aufkommen, dass er von der Verletzung gewusst hatte.
Aber die Rippe hielt!
Als man in der Eberner Eck sicher war, dass die Rippe halten und keine weiteren Probleme machen würde, fiel Coach Jürgen Schorn ein gewaltiger Stein vom Herzen. Ab diesem Zeitpunkt konnte man auch anfangen zu versuchen, das entwickelte Kampfkonzept umzusetzen. Dies funktionierte in den darauffolgenden zwei Runden sehr gut.
In der fünften Runde konnte Ralf Krause den Russen mit einer rechten Geraden anschlagen, und nur der Gong rettete den Russen vor der K.O.-Niederlage. Auch in der sechsten Runde setzte Ralf die klaren und harten Treffern bei Alexey Rybkin, der nun offensichtlich seine Probleme mit Ralf Krause hatte. Doch dann, zum Ende der sechsten Runde, sah man in der Eberner Ecke ein Cut über dem linken Auge von Krause, die Panik stand allen ins Gesicht geschrieben. Der Ringarzt war schon nahe daran den Kampf zu beenden, aber mit viel Geschick gelang es, die Verletzung unter Kontrolle zu bringen.
In den nächsten zwei Runden versuchte Rybkin natürlich immer wieder mit seinen harten rechten Schlägen auf das Cut von Krause zu punchen und somit den Kampf zu beenden. Die gute Deckungsarbeit von Ralf Krause konnte zum Glück Schlimmeres verhindern. Dadurch, dass der Russe nur noch mit aller Gewalt versuchen wollte den Cut zu treffen, war er nur noch auf diese Aktion konzentriert, so dass er kein Auge für andere mögliche Aktionen hatte. Er war somit sehr blockiert, was einen Vorteil für Ralf Krause darstellte.
Je länger das Gefecht dauerte, desto besser setzte sich der neue Weltmeister in Szene. Gut getimte Geraden, Crossschläge und Kicks demoralisierten Rybkin. Das ein oder andere Mal musste der Russe harte Wirkungstreffer hinnehmen und Ralf Krause kam immer besser in den Kampf.
Die Stimmung in der Halle kochte, die Zuschauer hielt es nicht mehr auf den Sitzen, sie peitschten ihren Lokalmatador nach vorne, so dass das Urteil nur noch reine Formsache war.
Das Urteil fiel einstimmig aus. Der deutsche Punktrichter Andreas Riem hatte Krause mit 120:114 vorn, seine Kollegen aus Österreich Juso Prosic und Russland Denis Sidenko jeweils mit 118:115.
Ringrichter-Ikone Peter Lutzny aus Erding sah es ähnlich. „Ralf Krause hat sich den Sieg redlich verdient.“ Lutzny wertete die Veranstaltung als ein Aushängeschild für sauberen und fairen Kampfsport.
Somit ist Ralf Krause der einzige deutsche Sportler, der nach Version der WAKO PRO Weltmeistertitel in zwei verschiedenen Gewichtsklassen gewonnen hat.
Hervorragend durch das Programm führte der Radio 1 Moderator Thomas Apfel. Er verstand es immer wieder, die ausverkaufte Franz-Goebel-Halle zum Kochen zu bringen. Auch das Rahmenprogramm hatte es in sich. Daniel Gärtner begeisterte das Publikum in mehrerenShoweinlagen mit Kampfkunst, Akrobatik, Stunts und Nervenkitzel. Die Shows von Daniel Gärtner sind immer wieder ein absoluter Hingucker, selbst bei alten eingefleischten Kampfsportfans.
Fazit:
Wer es nicht live erlebt hat, ist selbst schuld.

 

 

Letzte Änderung: 11.01.2012

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